Informationen zur geplanten Neubebauung in S-Degerloch

Gründe für den Neubau

Die Altbauten haben eine schlechte Bausubstanz und eine Modernisierung ist nicht sinnvoll
Die aktuell bestehenden Gebäude aus dem Jahr 1952 beinhalten 76 kleine Wohnungen mit nicht mehr zeitgemäßen Ausstattungen und Grundrissen. Ein schlechter Schallschutz, ein negatives Erscheinungsbild und ein hoher Energieverbrauch aufgrund fehlender Wärmedämmung erfordern, dass wir uns mit der weiteren Nutzung dieser Gebäude auseinandersetzen. So ist der Energieverbrauch der Altbauten mit 135 kWh/(m² x a) bzw. 147 kWh/(m² x a) mehr als doppelt so hoch wie der Energiebedarf eines Neubaus. Die Warmwassererzeugung erfolgt durch separate Elektrodurchlauferhitzer und muss von den Mietern über die private Stromrechnung zusätzlich bezahlt werden.

Zudem wünscht sich die immer größer werdende Anzahl von Senioren unter den FLÜWO-Mietern barrierefreie Wohnungen und ein entsprechendes Umfeld. Dies ist mit der Aufzugssituation in den Altbauten nicht realisierbar.

Bild: Aufzugshalt im Zwischengeschoss. Ohne Treppensteigen in die Wohnung zu kommen, ist in den Altbauten selbst im Erdgeschoss nicht möglich.

Neubau oder Modernisierung?
Um diesen veränderten Bedürfnissen gerecht zu werden, stehen grundsätzlich zwei Möglichkeiten zur Verfügung. Wir können die Gebäude sanieren oder sie abreißen und dann neu bauen. Die Entscheidung hängt davon ab, wie hoch die Kosten einer Sanierung und wie gut die Möglichkeiten sind, diese Gebäude in einen zeitgemäßen Zustand zu versetzen. Auf dieser Entscheidungsgrundlage hat die FLÜWO allein im Jahr 2016 bestandsweit 16 Millionen Euro in die Instandhaltung und Modernisierung ihrer Gebäude investiert.

In dem Dreieck, Straif-, Alb- und Gohlstraße sind wir jedoch zu der Überzeugung gekommen, dass ein Neubau die bessere Alternative darstellt. Eine Modernisierung der Gebäude in der Straifstraße würde eine Erhöhung der Miete nach sich ziehen, ohne dass letztendlich ein zeitgemäßer Standard erreicht werden könnte. Hinzu kommt, dass ein Verbleib der Mieter in den Gebäuden während einer Modernisierung aufgrund der schadstoffbelasteten Fassade und der umfangreichen Arbeiten fraglich wäre.

Im Zusammenspiel mit dem Stuttgarter Innenentwicklungsmodell (SIM) entstehen rund 18 sehr günstige und moderne Mietwohnungen
Das SIM sieht vor, dass insgesamt 20 Prozent des Neubaus als geförderter Wohnraum angeboten wird. Davon entfällt die Hälfte auf Sozialmietwohnungen (Miete bei Erstvermietung Stand 2017: 7,50 € bis 9,00 €), die andere Hälfte auf Mietwohnungen für mittlere Einkommensbezieher (Miete bei Erstvermietung Stand 2017: 9,00 € bis 10,50 €). Für beide Gruppen gilt, dass der Mietpreis im Neubau günstiger oder ähnlich sein wird wie die aktuelle Durchschnittsmiete (9,36 €) der bestehenden Altbauten in der Straifstraße.

Durch den Neubau wird in Stuttgart dringend benötigter neuer Wohnraum geschaffen
Anstatt des FLÜWO-Verwaltungsgebäudes und der aktuell 76 Wohnungen sollen etwa 90 moderne Mietwohnungen erstellt werden. Die geschaffene Wohnfläche erhöht sich von aktuell rund 3.400 Quadratmeter auf etwa 6.000 Quadratmeter. Dadurch wird in Stuttgart dringend benötigter Wohnraum geschaffen.

Der Parkdruck im Viertel wird abnehmen und die Wohnqualität dadurch verbessert
In der neuen Tiefgarage können Autos, welche bisher in den engen Straßen parken müssen, aufgenommen werden. Dadurch wird das Viertel vom Verkehr entlastet und die Wohnqualität verbessert. Durch die Maßnahme erreichen wir auch, dass annähernd alle FLÜWO-Mieter in Degerloch-West aus den Neu- und den sanierten Bestandsbauten einen Stellplatz für ihr Fahrzeug haben.