Wege aus der Isolation: Der Begleitservice PORTA
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Wege aus der Isolation: Der Begleitservice PORTA

Die Evangelische Gesellschaft sucht neue ehrenamtlich Engagierte zur Unterstützung des Begleitdienstes PORTA. PORTA ist ein kostenloses Angebot, das unter anderem von der FLÜWO Stiftung finanziell gefördert wird. Ende Oktober fand eine erste Informationsveranstaltung in Stuttgart-Freiberg statt.

Wenn tragende oder langjährige Kontakte im Alter verloren gehen, entsteht in Folge häufig Einsamkeit. Um diesem gesellschaftlichen Problem entgegenzuwirken hat die Evangelische Gesellschaft (eva) Anfang 2020 den Begleitservice PORTA ins Leben gerufen. Martin Schneider, der bei der eva verantwortlich für den Begleitdienst ist, erklärt: „Es hat sich gezeigt, dass es für manche älteren Menschen sehr hilfreich ist, wenn sie jemanden an ihrer Seite haben: bei Gängen in eine Begegnungsstätte, in ein WohnCafé, zum Arzt oder auch beim Einkaufen.“ Insbesondere während der Corona-Pandemie wurde deutlich, was Einsamkeit im Alltag für ältere Menschen bedeutet.

Gelungener Auftakt im WohnCafé Wallerie

Für die ehrenamtliche Mitarbeit bei PORTA suchen die eva und ihr Kooperationspartner, der Verein Integrative Wohnformen e. V., neue Engagierte. Aus diesem Grund fand am Dienstag, den 19. Oktober 2021, im WohnCafé Wallerie in Stuttgart-Freiberg eine Informationsveranstaltung zu dem kostenlosen Angebot für Interessierte und Betroffene statt. Nach einer Begrüßung durch Projektleiter Martin Schneider von der Evangelischen Gesellschaft Stuttgart e.V. stellten sich die weiteren Teilnehmer der Besucherrunde kurz persönlich vor.

„Ich geh da mal mit …“ – Informationsveranstaltung der Evangelischen Gesellschaft in Stuttgart-Freiberg.
„Ich geh da mal mit …“ – Informationsveranstaltung der Evangelischen Gesellschaft in Stuttgart-Freiberg.

Neben Dagmar Lust (Integrative Wohnformen e.V.) gesellten sich Michael Krämer, selbst erfahrener, ehrenamtlicher Mitarbeiter des Projekts, und Sabrina Kischlat vom FLÜWO Sozialmanagement sowie drei interessierte Damen zum Teilnehmerkreis. Alle Interessierten bringen bereits langjährige Erfahrungen im Bereich des bürgerschaftlichen Engagements mit in die Arbeit ein und konnten von ihren Erfahrungswerten berichten. Bereichert wurde der Austausch unter anderem durch die lebendigen, praxisnahen Schilderungen von Herrn Krämer, der betonte, wie erfüllend seine Aufgabe im Rahmen des Begleitdienstes ist und welch gelungenen Ausgleich die Tätigkeit zu seinem beruflichen und persönlichen Alltag bietet.

Was ist PORTA?

Kurzum: PORTA funktioniert ähnlich wie ein klassischer Besuchsdienst. Wenn eine Person Hilfe in Anspruch nehmen möchte, kann sie sich zunächst ganz unkompliziert telefonisch mit den Mitarbeitern von PORTA in Verbindung setzen. Auch der indirekte Weg und die Kontaktherstellung über eine Institution, wie einen Sozial- oder Pflegedienst, ist möglich. Nach Eingang des Anrufs wird eine passende Begleitung aus dem Kreis der Engagierten ausgewählt und die Einsätze werden koordiniert. Die Begleit-Anlässe können dabei von Fall zu Fall verschieden sein: Arztbesuche, Einkaufen, Wege zur Begegnungsstätte oder eine Begleitung zum Friedhof.

Das Programm PORTA richtet sich an ältere Menschen und bietet Gesellschaft und Begleitung.
Das Programm PORTA richtet sich an ältere Menschen und bietet Gesellschaft und Begleitung.

PORTA möchte dabei keinen Ersatz für Leistungen im Rahmen der Pflegeversicherung anbieten, sondern die Menschen bereits im Vorfeld präventiv unterstützen. Oftmals sind Menschen ab einem gewissen Alter rechtlich gesehen zwar nicht pflegebedürftig, benötigen aber dennoch eine gewisse niederschwellige Form der Unterstützung: In solchen Fällen finden sie bei PORTA die richtige Anlaufstelle, sozusagen eine „offene Tür“.

Gesellschaft via Telefon: „Dreiklang“

In Ergänzung dazu bietet die Evangelische Gesellschaft Stuttgart e.V. außerdem eine besondere Art des „telefonischen Begleitservice“ in Form des Seniorentelefons „Dreiklang“ an. Hier können sich Menschen im Alter, je nach (Gesprächs-)Bedarf und individueller Lebenslage, melden und sich mit ehrenamtlichen Mitarbeitern, meist selbst im Rentenalter, via Telefon austauschen. Daneben vermitteln die Ehrenamtlichen bei Bedarf an andere Einrichtungen, die weitere Unterstützungsmöglichkeiten anbieten. Sowohl PORTA als auch das Seniorentelefon sind bedarfsorientierte Angebote. Dies bedeutet, dass die Projekt-Einsätze für alle bürgerschaftlich Engagierten, die neben einer Einführung eine kleine Aufwandsentschädigung ehrhalten, flexibel gestaltbar sind.

Weitere engagierte Helfer gesucht!

Auf der Suche nach neuen Aufgaben und Herausforderungen kamen an diesem Nachmittag rasch alle Beteiligten miteinander ins Gespräch. Herr Schneider referierte ausführlich zum Thema Einsamkeit und ging dabei im Besonderen auf die folgenden Punkte näher ein: Welche Ursachen hat Einsamkeit? Wie wird Einsamkeit von älteren Menschen erlebt? Wie erleben es ältere Menschen, wenn tragende Kontakte wegbrechen oder wenn eine Erkrankung zu einer häuslichen Isolation führt? Auch der Aspekt, wie PORTA Einsamkeit entgegenwirken und das Projekt Betroffene dabei unterstützen kann, wieder am sozialen Leben teilzunehmen, wurde ausführlich thematisiert.

Dank seines informativen Vortrags und der Vielzahl an Erfahrungen, Anekdoten und Geschichten, die Michael Krämer aus seinem eigenen Erfahrungsschatz zum Thema beisteuern konnte, war der Nachmittag für alle Beteiligten äußerst kurzweilig und aufschlussreich. Ein rundum gelungener erster Informationstermin in der Wallensteinstraße 29, in dessen Anschluss einige der Teilnehmer bereits ihr Interesse an der künftigen ehrenamtlichen Unterstützung des Projekts bekundeten.

Um weitere Begleit-Paten für die ältere Generation gewinnen und die Bedarfe auch künftig abdecken zu können, soll PORTA auf weitere Wohnprojekte, beispielsweise im angrenzenden Quartier Stuttgart-Rot, ausgeweitet werden.

Flyer "PORTA – Begleitung für ältere Menschen"

Sie möchten sich ehrenamtlich engagieren oder sich näher über das Angebot PORTA informieren?
Weitere Begleiterinnen und Begleiter sind jederzeit willkommen. Alle Informationen hierzu erhalten Sie bei:

Kontakt

Martin Schneider
Evangelische Gesellschaft Stuttgart e. V.
0711 20 54-462
mrtnschndrv-stttgrtd

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